Schullandheim Torfhaus im Harz. Umbau der Heiztechnik auf den Energieträger Flüssiggas

Mitten im Herzen des Harzer Nationalparkes, am bekannten Goetheweg, liegt das Schullandheim Torfhaus. Von hier aus können seit über 53 Jahren Schulklassen, Vereine oder Familien ganzjährig Wanderungen auf den Brocken unternehmen oder viele weitere attraktive Freizeitangebote der Region nutzen.

Umweltschutz und Naturverbundenheit sind im Schullandheim Torfhaus Programm. So werden in speziellen Seminaren und Vorträgen den Gästen Informationen zum Natur- und Umweltschutz vermittelt. Es war deshalb nur konsequent, neben anderen Maßnahmen, wie der Modernisierung der Schlafräume und der Sanitäranlagen, auch die alte Ölheizung auf ein zeitgemäßes und zukunftsfähiges Niveau zu bringen. Die Ölheizanlage war in die Jahre gekommen und hatte bereits diverse Mängel. Es bestand die Gefahr der Grundwassergefährdung durch die alten Öltanks. Deshalb bot sich den Betreibern des Schullandheimes an, künftig mit einem Energieträger zu heizen, der das Grundwasser zu keiner Zeit gefährden würde– Flüssiggas. Weitere Nebeneffekte der Umstellung der alten Heizanlage von Öl auf ein modernes mit Flüssiggas betriebenes BHKW waren neben einer Kostensenkung durch Energieeinsparung auch die beachtliche CO2-Einsparung beim Heizen mit Flüssiggas. Anstoß für die Region Hannover, ihr Schullandheim am Goetheweg zu sanieren und zu modernisieren, gab das Konjunkturpaket II des Bundes, mit dem insbesondere energetische Maßnahmen in Bildungseinrichtungen gefördert werden konnten.

Mit dem neuen umweltschonenden Flüssiggas-BHKW ist nun auch die Heiztechnik des Schullandheim Torfhaus im Einklang mit der Natur.

Projektbeschreibung

Ziel der Umbaumaßnahmen war nicht nur die Modernisierung der bestehenden alten Heizölanlage unter ökologischen Aspekten, sondern auch eine autarke Versorgung des Schullandheims mit Strom. Als Lösung entschied sich der Auftraggeber, die Region Hannover, für ein grundwasserungefährliches Flüssiggas-BHKW, das neben der Wärmeversorgung des 145-Betten Schullandheims auch Strom für 4 Seminarräume, mehrere Aufenthaltsräume sowie einer Multifunktionshalle liefern sollte.

Ein besonders praktischer Nebeneffekt war die Möglichkeit, die direkte Gasversorgung der Küche aus dem erdgedeckten Flüssiggastank anzubieten. So konnte die Einrichtung auf den bisherigen Einsatz von Flaschengas zur Zubereitung von 3 Mahlzeiten pro Tag verzichten. Die Kochenergie aus Flaschen ist vergleichsweise teurer und ein Flaschenwechsel personell aufwendig und setzt Handlungsmaßnahmen im internen Ablauf der Einrichtung voraus.

Projektumsetzung

Die Wahl fiel auf ein mit Flüssiggas betriebenes BHKW zur Wärme- und Stromgewinnung sowie den Einsatz eines Spitzlastkessels für den Restwärmebedarf. Um Platz für die neue moderne Anlage zu schaffen, mussten jedoch erst die uneffektive Zwei-Ölkesselanlage sowie die außerhalb des Gebäudes im Erdreich eingelassenen beiden 30.000 Liter Öltanks demontiert und fachmännisch entsorgt werden. Diese Maßnahme hatte Priorität, da die Öltanks zu lecken drohten. Nicht nur der ökologische Aspekt einer neuen Flüssiggas- BHKW-Anlage sprach für sich. Neben der Energiekostensenkung aufgrund einer modernen Anlage, war auch die deutliche CO2- Einsparung ein weiterer guter Grund für die Realisierung der neuen Technik.

Für eine reibungslose und schnelle Umsetzung vergab der Auftraggeber das Gesamtprojekt an die WESTFA. Die Aufgabe des Projektteams bestand darin, alle Beteiligten zu koordinieren und alle notwendigen behördlichen Anmeldungen und Bescheinigungen zu sorgen. Des Weiteren projektierte das Team die aufwendigen Erdarbeiten zur Demontage und der fachmännischen Entsorgung der zwei erdgedeckten Öltanks (je 30.000 Liter) sowie der Altanlage. Anschließend organisierte die WESTFA den Schwerlasttransport zur Anlieferung des 62.000 Liter Flüssiggasbehälters und abschließenden Erdarbeiten zur Erddeckung des Flüssiggastanks.

Zur Interimsversorgung des Schullandheims kam eine mobile Heizzentrale zum Einsatz. Die Versorgung mit Flüssiggas während der Umbauarbeiten wurde ebenfalls von WESTFA sichergestellt. So konnte der Gästebetrieb ohne Unterbrechung weitergehen und finanzielle Einbußen in der Bettenbelegung verhindert werden.

Der Einsatz von umweltschonendem, grundwasserunbedenklichem Flüssiggas als Energieträger ist für das im Naturpark liegende Schullandheim Torfhaus die ideale Lösung. Flüssiggas ist ein nicht wassergefährdender Stoff. Besonders für Wasserschutzgebiete eignet sich diese Projektlösung. Sie kann ohne besondere Umweltauflagen umweltfreundlich und zukunftssicher eingesetzt werden. Ein schlagendes Argument für den Einsatz im Harzer Nationalpark und für Betreiber und Besucher ein gutes Gefühl bei der Nutzung ihrer umweltfreundlichen Energiequelle.

STECKBRIEF

Referenzstandort
Schullandheim Torfhaus, 38667 Altenau Ortsteil Torfhaus

Projektbeschreibung
Sanierung und Modernisierung der Heizanlage durch ein Flüssiggas-BHKW

Gegebenheiten vor Ort
Beheizung der Gebäude sowie Kochen mit Flüssiggas

Projektumsetzung
Einbau eines 50KW Flüssiggas-BHKW für die Grundlast (Wärme und Strom) von Kraftwerk Hannover sowie ein 260 KW Heizkessel von Viessmann (Deckung Restwärmebedarf)

Versorgung
Flüssiggas aus einem 62.000 Liter erdgedeckten Tank

Montage:
Firma IMO Haustechnik Wernigerode

Projektdauer
3 Monate

Zurück zur Übersicht